Meine Sammlung SOS-Kinderdorf International

Die Idee, ein solches Exponat aufzubauen, hatte ich im Jahr 1977. Im März übernahm ich eine SOS-Patenschaft in Nicaragua, die bis heute besteht (nur die Kinder haben gewechselt). Alle Förderer, Mitglieder und Paten erhielten vierteljährlich die SOS-Zeitschrift "SOS-Kinderdorf International". Neben Berichten von SOS-Kinderdörfern aus aller Welt gab es auch immer einen Hinweis der IBA (Internationale Briefmarkenabteilung) der SOS-Kinderdörfer aus Graz - jetzt Feldkirch. Hier wurden neue Belege der IBA vorgestellt und angeboten. Diese SOS-Belege interessierten mich als Sammler sehr, und ich wurde Abonnent dieser Briefe und Marken aus Graz / Feldkirch. Etwas später brachte mich ein Bericht des Sammlers Rudolf Ulrich aus München, mit dem mich bis heute eine recht herzliche Freundschaft verbindet, dem Motiv SOS-Kinderdorf philatelistisch sehr viel näher. Erst durch diesen Bericht wurde mir die Vielfalt des Sammelgebietes SOS-Kinderdorf bewußt.

Sofort setzte ich mich an den Schreibtisch und bat Herrn Ulrich um Hilfe beim Aufbau einer Motivsammlung SOS-Kinderdorf. Einige doppelte Belege konnte er mir abgeben, und auch viele Adressen erhielt ich von ihm. Und so begann für mich die "Hetze" nach allen möglichen philatelistischen Varianten der SOS-Kinderdörfer. Ich suchte nach Briefmarken, Sonderstempeln, Werbestempeln, Absenderfreistempeln, Ganzsachen, Bildpostkarten sowie Privatganzsachen aus der ganzen Welt. Große Unterstützung fand ich bei allen Vereinen und Büros der SOS-Kinderdörfer. Im Laufe der Monate konnte ich dann schon eine recht beachtliche Sammlung vorzeigen, schließlich fing ich ja erst 28 Jahre nach Gründung der SOS-Kinderdörfer und 19 Jahre nach dem Erscheinen des ersten bekannten SOS-Stempels mit dem Sammeln der SOS-Belege an. Bis auf ein paar wenige SOS-Absenderfreistempel früherer Jahre konnte ich alle bekannten SOS-Belege zusammentragen.

Nun ging es an den Aufbau des Exponates. Schnell, vielleicht aber auch zu schnell, hatte ich eine Gliederung gefunden :

Sollte ich einmal die Zeit besitzen, werde ich meine zur Zeit 187 Seiten umfassende SOS-Sammlung sicherlich nach neueren Erkenntnissen umbauen und anders gestalten. Wie ich in Jurygesprächen erfahren konnte, ist ordnen nach dem Datum und trennen von Marke, Ganzsache usw. wohl nicht die eleganteste Lösung. Wiederum gibt mir der Erfolg auf den verschiedenen Rang-Ausstellungen recht. So konnte ich mich durch eine Silbermedaille im Rang III für die höhere Rang II Ausstellung qualifizieren. Auch hier wurde ich immerhin mit einer Silbermedaille ausgezeichnet, für ein so modernes und unbekanntes Motivgebiet sicherlich ein recht zufriedenstellender Erfolg.

Meine Aktivitäten für mein Sammelgebiet SOS-Kinderdorf hören aber nicht bei diesem Exponat für Ausstellungen auf. Um dieses wunderschöne Motiv den vielen Sammlern noch näher zu bringen, habe ich einen kleinen "SOS-Tausch-Klub" mit zur Zeit ca. 232 Adressen von SOS-Sammlerfreunden aus der ganzen Welt auf die Beine gestellt. Da ich sehr viele Kontakte zu anderen Sammlern und Händlern auch schon früher hatte, konnte und kann ich den Klub-Mitgliedern im Aufbau ihrer Sammlungen sehr oft durch Beschaffung von älteren Belegen weiterhelfen. Der Erfolg dieser Arbeit: es stellen nun schon ca. 5 weitere SOS-Freunde, die SOS-Exponate besitzen, auf Rang III und II aus! Ich selbst habe durch diese Arbeit für den Klub leider keine Zeit mehr, meine eigene SOS-Sammlung für weitere Ausstellungen zu ergänzen.

Eine große Lücke konnte ich mit der Erstellung eines eigenen SOS-Kinderdorf- Kataloges schließen. Diese Zusammenstellung aller mir bekannten SOS-Belege findet bei sehr vielen Sammlerfreunden großen Anklang, da es eine solche umfangreiche Liste noch nicht gab. Lediglich die Internationale Briefmarkenabteilung der SOS-Kinderdörfer in Feldkirch liefert eine (allerdings lückenhafte) Liste ihrer eigenen verausgabten Belege. Dort kennt man aber sehr viele Belege aus meinem SOS-Katalog nicht, besonders ausländische Stempel und Briefmarken.

Diesen SOS-Katalog (78 DIN-A 4 Seiten, teilweise bebildert) konnten interessierte Sammler auch in den philatelistischen Büchereien in Hamburg und München einsehen oder ausleihen. Dort ist er aber inzwischen nicht mehr aktuell.

Ab Juni 1986 trage ich auch für den Herman-Gmeiner-Fonds Deutschland. e.V. in München alle SOS-Belege zusammen. Diese philatelistische SOS-Kinderdorf Dokumentation soll einmal in der SOS-Kinderdorf-Akademie in Innsbruck ausgestellt werden.

Wie man diesem Bericht entnehmen kann, ist das Sammelgebiet SOS-Kinderdorf ein lohnenswertes Objekt, das bestimmt jeden SOS-Freund und zugleich Philatelist viel Freude bereiten wird, sollte er sich entschließen, sich diesem Motiv zu widmen.

Bis heute gibt es 201 SOS-Briefmarken, ca. 200 Stempel, ca. 34 Ganzsachen und ca. 255 Absenderfreistempel mit Hinweisen auf die SOS-Kinderdörfer. Sicherlich werden in den nächsten Jahren noch viele SOS-Belege erscheinen, da man in der ganzen Welt laufend neue SOS-Kinderdörfer und SOS-Sozialeinrichtungen eröffnet und manche SOS-Jubiläen gefeiert werden. Zum 50-jährigen Jubiläum der SOS-Kinderdörfer im Jahr 1999 gab es 15 Briefmarkenausgaben aus der ganzen Welt.

Ich möchte die Idee von Dr.Dr.h.c. Hermann Gmeiner nicht nur philatelistisch durch die SOS-Sammlung dokumentieren, vielmehr hoffe ich, daß viele Besucher der Ausstellungen - und jetzt auch durch diese Internetseite - durch mein Exponat die Arbeit der SOS-Kinderdörfer lieben und schätzen lernen und so wieder einige neue Freunde und Förderer für diese überaus wichtige Arbeit gewonnen werden, denn:

" Gutes tun ist leicht, wenn viele helfen ! "

( Hermann Gmeiner )

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